Die Gründung des Cigarren-Collegs begleitete die Hildesheimer Allgemeine Zeitung am 04-02-2008:

Die Genussraucher
Für paffende Gleichgesinnte: In Hildesheim gibt es nun ein Cigarren-Colleg

Hildesheim (vb). Ludwig Erhardt hatte sie immer in der Hand. Auch Fidel Castro sah man früher nie ohne. Die Zigarre gehörte genauso zur kubanischen Revolution wie Castro selbst oder Weggefährte Che Guevara. Man kann sich aber auch eine dicke Havanna gönnen, wenn man mit Revolution ansonsten eher wenig am Hut hat. In Hildesheim geht das von nun an auch ganz offiziell in Gemeinschaft Gleichgesinnter: Seit vergangenen Freitag gibt es hier das „Cigarren-Colleg-Hildesheim". Wer gern Zigarren raucht, ist hier genau richtig.
Initiator des Vereins ist Wolfgang Kähler aus Holle. Der 63-Jährige setzt sich abends gern mit Zigarre hin und lässt den Tag ausklingen. „Zigarrenraucher sind Genussraucher", sagt Kähler. Zigaretten würden einfach angezündet, aber das ginge mit einer dicken braunen Havanna nicht - die brennt eine gute Stunde. Da muss die Umgebung stimmen, Zeit da sein, die Atmosphäre sollte passen.
Nach Genuss klingt es auf jeden Fall, wenn der ehemalige Außendienstmitarbeiter von der Zigarre spricht. „Man unterscheidet so viele Formate. Und der Geschmack ist sehr, sehr intensiv. Ich wüsste gar keinen Vergleich." Je nach Ernte schmecke keine Zigarre wie die andere. „Das ist ein bisschen wie beim Wein. Da kommt es ja auch auf die Ernte an." Und erst der Inhalt: Ein einziges Tabakblatt, so sorgfältig gerollt, dass eine runde Zigarre dabei herauskommt.
Pure Handarbeit „Das muss man sich mal vorstellen", schwärmt Kähler. Früher hat er Pfeife geraucht, aber das war im Außendienst einfach unpraktisch. „Das ging nicht beim Autofahren." Also kam er zur Zigarre.
Da Genuss mit anderen zusammen noch mehr Spaß macht, kam Kähler auf die Idee, den Verein zu gründen. Bereits vor drei Jahren traf er sich mit Gleichgesinnten auf einer Weinprobe. Danach kam es immer wieder zu Treffen - die Gesichter blieben gleich. Der Verein soll sich von nun an einmal im Monat in Hildesheim treffen.
Was dann passiert? „Wir wollen uns dem Genuss hingeben, und weiterbilden, unser Wissen bereichern." Auch eine Reise in Anbaugebiete ist zumindest
angedacht. Der Vereinsbeitrag beträgt 20 Euro im Monat. Zigarren sind eben ein exquisites Hobby und können auch eine Stange Geld kosten. Wenn sich Wolfgang Kähler etwas gönnen möchte, raucht er schon mal eine 25-Euro-Zigarre. Ansonsten liegt der Preis für seinen Genuss bei rund fünf Euro.
Und wo bleibt die Gesundheit bei dem ganzen Qualm? Nun ja: Zigarrenraucher inhalieren ja gar nicht, meint Kähler. „Außerdem ist es wie mit anderen Dingen auch. Im Übermaß ist es eben ungesund."

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung für die Veröffentlichung des Berichts.